CIVIL DEFENSE · BUNDESREPUBLIK · NRW-KORRIDOR
FALLOUT-SCHUTZ-PROTOKOLL F-04
50.94N · 6.96E · DOC-REV-3
FALLOUT
F-04 / NRW-EIFEL / REV-3 ● DEFCON-WATCH · INDIKATIV READING-TIME ▸ 26 MIN · 4 SVG
7-Zehn-Regel · 14 Tage Schutzraum · Eifel ist upwind

FALLOUT
PROTOKOLL
F-04

Hinter dem Blitz hast du 5 bis 30 Sekunden. In dieser Zeit entscheidet sich, ob du in 72 Stunden noch atmest. Begrenzter Nuklearschlag im NATO-Raum ist überlebbar — wenn du die Regel kennst, den Korridor liest und den Schutzraum vorher gewählt hast. Köln liegt fallout-relevant zwischen Bonn, Geilenkirchen und Mechernich.

Distanz Bonn (Ziel)
30 km
Geilenkirchen NATO
80 km
Wind WSW (Drift)
→ NO
Schutzraum-Ziel
14 d
F-01 — Lagebild

Köln liegt im Korridor, nicht im Auge.

Köln selbst ist kein Primärziel — die Stadt hat keine strategische Militärinfrastruktur, die einen direkten Schlag rechtfertigt. Bonn als ehemalige Bundeshauptstadt mit NATO/Telekom/Bundeswehr-Cyber, Geilenkirchen mit der NATO E-3 AWACS-Flotte und Brunssum (NL) mit dem Allied Joint Force Command sind im NATO-Zielkatalog jedes ernstzunehmenden Gegners gesetzt.

Wahrscheinlichkeits-Klassen

SzenarioWahrscheinlichkeitKöln-Wirkung
Tactical Nuke (1–10 kt)MittelSchock, kaum direkter Schaden, Fallout je nach Drift
Strategic Hit Bonn / GeilenkirchenNiedrigDruckwelle hörbar, Fallout-Drift ostwärts (Sauerland-Risiko)
Strategic Hit Köln-RingeSehr niedrigZentrum vernichtet, Außenbezirke schwer geschädigt
EMP-Detonation hochatmosphär.Niedrig–MittelStrom-/Elektronik-Ausfall NRW, kein direkter physischer Schaden
Schmutzige Bombe (Terror)MittelLokal kontaminiert, vorwiegend politische Wirkung
Hauptwindrichtung über NRW: westlich-südwestlich. Fallout aus Bonn / Geilenkirchen-Treffer zieht nordöstlich ab — Bergisches Land und Sauerland im Schadenskorridor. Eifel südwestlich liegt upwind und ist die richtige Bug-Out-Richtung.
F-02 — Waffen-Profil & Effektzonen

Was eine 100-kt-Detonation tut.

EFFEKTZONEN · 100 KT GROUND-BURST RADIUS-MODELL · WIND WSW X WIND WSW FIREBALL ~0.4 km 5 PSI · BLAST ~2 km · ZERSTÖR. 2 PSI · DRUCK ~3.5 km · DACH FALLOUT-DRIFT ≥ 50 km · NO 100 KT · GROUND-BURST · KRATER ~80m FIREBALL 0.4km · 5PSI 2km · 2PSI 3.5km · FALLOUT 50km+
EFFEKTZONEN · 100 KT BODEN-DETONATION · STD-MODELL

Effekt-Daten

Sprengkraft100 kt
Fireball0.4 km
5 psi Blast2 km
2 psi Druck3.5 km
Wärmestrahlung~6 km
Initial Strahlung~2 km
Fallout-Drift50+ km
EMP-Lokal~5 km
Detonations-Druck~10 sek
Pilzwolke~10 km Höhe
Die Zahlen oben sind für eine 100-kt-Waffe (typisch für moderne taktische Sprengköpfe). Strategische Waffen liegen meist 100–500 kt, einige im Megatonnen-Bereich. Die Effektradien skalieren mit ³√(Sprengkraft) — Verdopplung der kt = ~25% mehr Radius.
F-03 — Phasen-Plan T−30 min … T+90 d

Drei Phasen. Auswendig.

T−30 min · Indikatoren

NINA-Warnung „Atomar" / DEFCON-2

Cell-Broadcast / NINA / Sirenen. Wenn ein Land auf DEFCON-2 oder vergleichbar geht, ist die Eskalationsleiter angelegt. Funkgeräte an, Familie kontaktieren, Schutzraum-Plan aktivieren.

T−10 min · Detonations-Vorbereitung

Schutzraum jetzt — der nächste, nicht der beste

U-Bahn-Tiefebenen Köln (Heumarkt, Appellhofplatz, Rudolfplatz), WWII-Hochbunker (Ehrenfeld Körnerstr., Kalk Steinstr., Mülheim, Nippes), Kellergeschosse mit Massivdecken.

T+0 · Detonation

Blitz · Druck · Hitze

Wenn du den Blitz siehst und nicht im Schutzraum bist: Boden, Mund auf, Augen abwenden, Gesicht in Armbeuge, 30 Sek. liegen bleiben. Druckwelle dauert 5–15 Sek. nach Blitz.

T+0…T+72 h · Erstphase

Schutzraum-Disziplin

Erste 72 h sind die kritischste Fallout-Phase. Innen bleiben. Lüftung schließen. Türen mit feuchten Decken abdichten. Wasservorrat unangetastet im Innenraum (Außenwasser nicht trinken).

T+72 h…T+14 d · Verbleib

Konsolidierung

Strahlungs-Halbwertszeit: nach 7 h Faktor 1/10, nach 49 h Faktor 1/100, nach 14 d Faktor 1/1000. Erst Tag 7+ vorsichtig kurze Außenaktionen, Tag 14+ allgemein wieder bewegungsfähig.

T+14 d…T+90 d · Bug-Out

Eifel-Verlagerung

Wenn Köln-Korridor stark kontaminiert: SW Richtung Eifel. Ressourcen sammeln, Filter-Maske P3, Geiger-Zähler. Hofgelände als Mittelfristiger Aufenthalt.

Wenn du nach Detonation laufen musst: weg vom Wind. Drift folgt der bodennahen Luftströmung. Im Zweifel: West/Südwest. Niemals Richtung Pilzwolke.
F-04 — Schutzräume Köln (priorisiert)

Wo du überlebst.

Querschnitt · Strahlungsdämpfung

FIG-F-2 · STRAHLUNGS-DÄMPFUNG · DOSIS-FAKTOR ▼ FALLOUT-PARTIKEL · GAMMA · PRIMÄRSTRAHLUNG BODEN-LINIE · 0 m DG / DACHGESCHOSS FAKTOR 0.8 · ~80% DOSIS TOT 1. OG · WOHNUNG FAKTOR 0.5 · ~50% DOSIS SCHL. EG · ERDGESCHOSS FAKTOR 0.3 · ~30% DOSIS OK KELLER · INNERER KERN FAKTOR 0.05 · ~5% DOSIS SAFE 100% 50% 20% 5% ~1% ▸ JEDE 10 cm BETON HALBIERT GAMMA · 30 cm = FAKTOR 10 · KELLER + 2 STOCKWERKE = FAKTOR 100
SCHUTZRAUM-QUERSCHNITT · DOSIS-FAKTOR PRO ETAGE
DG (oben)0.8
1. OG0.5
EG0.3
Keller (Außenwand)0.1
Keller (Mitte)0.05
U-Bahn-Tiefebene0.01
10 cm Beton×0.5
30 cm Beton×0.1
60 cm Beton×0.01
100 cm Beton×0.001

Tier 1 · Tiefenschutz (max. Strahlungsdämpfung)

CD-T1.1
U-Bahn Heumarkt
Tiefebene −15m+. Maximaler Strahlungsschutz. Risiko: Überfüllung, einmal geschlossen kein Einlass.
CD-T1.2
U-Bahn Appellhofplatz
Tief, zentral, gute Verbindung. Gleiche Risiken.
CD-T1.3
U-Bahn Rudolfplatz / Neumarkt
Tiefebenen mit Zugang Innenstadt-Wohngebiete.

Tier 2 · WWII-Hochbunker

CD-T2.1
Hochbunker Körnerstraße (Ehrenfeld)
1–2m Stahlbeton. Status: privatisiert. Vorab Zugang prüfen.
CD-T2.2
Hochbunker Steinstraße (Kalk)
Massiv, defensible. Status oft umgenutzt.
CD-T2.3
Hochbunker Mülheim & Nippes
Mehrere Standorte. Vorab kartografieren.

Tier 3 · Improvisation

CD-T3.1
Tiefgaragen Ebene −2/−3
Köln-Arkaden, Mediapark, Dom-Garage. Mehrere Decken über Kopf. Lüftung abdichten.
CD-T3.2
Massivbau-Keller (Altbau)
Gründerzeit-Mietshaus, Ziegelmassiv-Keller. Mindestens 2 Wände + Decke gegen Außen.
CD-T3.3
Innerer Kern eines Hochhauses
Treppenhaus-Kern Stockwerk 2–4. Möbel als zusätzliche Massendämpfung gegen Strahlung.
Strahlungsdämpfung pro Wandstärke: 10 cm Beton halbiert Gamma. 30 cm Beton dämpft auf 1/10. Eine Tiefgarage Ebene −2 mit 50 cm Decken-Beton zwischen dir und außen entspricht ~Faktor 100. Das reicht für die meisten Fallout-Szenarien.
F-05 — Strahlungs-Doktrin

Die Sieben-Zehn-Regel.

Fallout-Strahlung folgt einer einfachen empirischen Regel: jede 7-fache Zeitverlängerung reduziert die Strahlung um Faktor 10. 1 h nach Detonation: 100% Wert. 7 h: 10%. 49 h: 1%. 14 d: 0.1%.

Strahlungs-Mathematik (vereinfacht)

Zeit nach DetonationRelative StrahlungAktion
T+1 h100% (Maximum)Schutzraum, niemals raus
T+7 h10%Schutzraum, kein Außenkontakt
T+24 h~5%Schutzraum, Wasserrationierung
T+72 h~1%Schutzraum, kurze Spähausflüge möglich (max 5 min)
T+7 d~0.5%Außenaktivität max 1 h/Tag mit Maske
T+14 d~0.1%Allgemeine Bewegung wieder möglich, Hot-Spots meiden
T+30 d~0.05%Normalisierung, Lebensmittel-Quellen prüfen

Akute Strahlenkrankheit (Dosis)

DosisSymptomeMortalität
<100 mSvKeine akut, langzeit Krebsrisiko erhöht0%
100–500 mSvÜbelkeit, vorüber. Blutbildveränderungen<5%
500–1000 mSvErbrechen, Erschöpfung, Haarausfall5–20%
1–4 SvSchwere Strahlenkrankheit, Knochenmark-Ausfall20–60% (4 Sv = LD50)
4–8 SvOhne Intensivpflege tödlich60–95%
>8 SvAkut letal innerhalb Tagen~100%

7-Zehn-Regel · Strahlungs-Decay

FIG-F-3 · DOSIS-LEISTUNG NACH DETONATION · LOG-SKALA 100% 10% 1% 0.1% 0.01% T+1h T+7h T+24h T+72h T+7d T+14d T+30d 100% · MAX 10% · ×7-REGEL 1% · KURZE SPÄHE 0.1% · BEWEGUNG OK SAFE-LINE ▸ 7-FACHE ZEIT = 1/10 STRAHLUNG · TRAGENDES PRINZIP
DOSIS-DECAY · 7-ZEHN-REGEL · LOG-SKALA
T+1h100%
T+7h10%
T+24h~5%
T+49h1%
T+7d~0.5%
T+14d0.1%
T+30d0.05%
T+90d0.01%
7-Zehn-Faktor×0.1 / 7×T
HauptisotopeI-131 · Cs-137

Kalium-Iodid (Jodtabletten)

  • Wirkung: blockiert Schilddrüsenaufnahme von radioaktivem Jod-131. Schützt nur die Schilddrüse, nicht vor anderer Strahlung.
  • Dosis Erwachsene: 130 mg Kaliumiodid. Kinder altersabhängig (RKI-Tabelle).
  • Zeitfenster: 1–4 h vor bis 6 h nach Exposition. Später wirkungslos.
  • Verfügbarkeit: Apotheken-Bestand begrenzt. Vorab kaufen, kühl lagern, Haltbarkeit 5+ Jahre.
  • Risiko: bei Schilddrüsenerkrankung Rücksprache mit Arzt. Nicht prophylaktisch ohne Anlass.
Jodtabletten sind keine „Allheil-Pille". Sie schützen nur die Schilddrüse vor I-131. Gegen Cs-137, Sr-90 und Druckwelle helfen sie nicht. Schutzraum bleibt Maßnahme #1.
F-06 — Vorrat & Persönliche Schutzausrüstung

14 Tage. Atemberaubend banal.

Wasser & Nahrung

VR-1.1
Wasser 60 L pro Person
2 L/Tag × 14 d × 2 Sicherheitsfaktor. Plastik-Kanister, kühl, dunkel. Alle 6 Mo. tauschen.
VR-1.2
Nahrung 14 d (BBK +)
Konserven, Trockenfutter, Reis, Salz, Öl. Energie-Bedarf 2000+ kcal/Tag.
VR-1.3
Wasserfilter Sawyer/Berkey
Gegen biologische Kontamination, NICHT gegen radioaktive Partikel. Kombinieren mit Sedimentation.
VR-1.4
Klorin-Tabletten / Micropur
Backup-Desinfektion. Reagiert auf Bakterien, nicht Strahlung.

Strahlenschutz & Detektion

SS-2.1
Kalium-Iodid 130 mg × 14 Tabletten
Apotheke. Pro Person. Kühl, lichtgeschützt. Haltbarkeit 5+ Jahre.
SS-2.2
Geiger-Müller-Zähler
GM-Tube oder Solid-State (z.B. GMC-300, Radex). Misst Gamma + Beta. ~150–300 €.
SS-2.3
Dosimeter (TLD oder elektronisch)
Personal Dose. Pro Person. Misst kumulative Dosis. Pflicht bei Außenaufenthalten.
SS-2.4
ABC-Schutzmaske + P3-Filter
Gegen Fallout-Partikel-Inhalation. Standard-Filter. Nicht gegen Tritium oder Edelgase.
SS-2.5
Dekon-Set (Folien, Sprühflasche)
Außerhalb des Schutzraums Kleidung ausziehen, einpacken. Dusche an Übergangs-Zone.

Energie & Kommunikation

EK-3.1
Kurbelradio + UKW/MW
BBK NINA-Sender, DLF, ARD-Notfunk. Akku-Lebensdauer egal — Kurbel.
EK-3.2
Faraday-Box
Bei EMP-Detonation: Funkgeräte, Multimeter, Solarregler innen. Geschachtelte Alufolie + Stahlblech.
EK-3.3
Notbeleuchtung 14 d
LED-Stirnlampen + Reservebatterien (in Faraday). Kerzen als Backup. Niemals offene Flamme bei schlechter Lüftung.
F-07 — Entscheidungsmatrix

Schutzraum oder Bug-Out?

Maßnahme Tactical Nuke
1-10 kt
Strategic Hit Bonn
100 kt
Köln-Direkthit
500 kt
EMP hochatm.
0 kt direkt
Schmutzige Bombe
Lokal
Schutzraum sofort Ja, 72h+ Ja, 14d Ja, 14d Optional Ja, 72h
Bug-Out Eifel Nach 72h Nach 14d, SW Wenn überlebt Wenn nötig Lokal genug
Maske P3 Außen Pflicht Außen Pflicht Pflicht Optional Pflicht
Jodtabletten Ja Ja Ja Nein Wenn I-131
Geiger Pflicht Ja Ja Ja Nein Ja
Funk Faraday Empfohlen Pflicht Pflicht Pflicht Nein
Lebensmittel-Quelle Vorrat 14d Vorrat 30d Vorrat 60d+ Vorrat 14d Vorrat 7d
Die häufigste Todesursache nach einer Detonation außerhalb der Direktzone ist Panik und Improvisation: Menschen verlassen Schutzraum zu früh, weil sie nichts wissen. Information > Aktion in den ersten 72 h.
F-08 — Langfrist-Plan

Ein Land lebt nach einer Detonation weiter.

  • Lebensmittelquellen prüfen — Eifel-Höfe sind upwind, eher unkontaminiert. Sauerland prüfen mit Geiger.
  • Boden-Strahlung — oberste 5 cm Erde haben höchste Aktivität. Gemüsebeete neu auflegen mit unkontaminierter Erde aus tieferer Schicht.
  • Wasserquellen — Tiefbrunnen unbedenklich nach Wochen. Oberflächenwasser nach Filterung + Sedimentation.
  • Krebsrisiko — Schilddrüse, Leukämie, solide Tumore folgen Jahre/Dekaden später. Mediziner-Kontakt aufrechterhalten.
  • Mentale Gesundheit — PTBS-Raten in nuklearen Kontaminationszonen 30–60%. Soziales Netz, Routine, Sport, Kunst.
  • Wirtschaftlich — Versicherungen schließen Kriegsereignisse aus. Eigene Vorsorge ist die einzige Vorsorge.
Realität: ein begrenzter taktischer Nuklearschlag ist überlebbar mit Vorbereitung. Das ist keine optimistische Aussage — es ist die nüchterne historische Bilanz nach Hiroshima (Überlebende auch in 1 km Entfernung) und Fukushima (Evakuierung funktionierte). Vorsorge ist keine Paranoia. Sie ist Erwachsenen-Verhalten gegenüber niedrig-wahrscheinlichen, hoch-folgenreichen Ereignissen.