Strom aus. Stadt brennt.
Köln hat ~600.000 Haushalte, eine Wasserversorgung mit elektrischen Pumpen, gas-, fern- und ölgeheizte Wohnungen mit elektrischen Steuerungen, fünf Krankenhäuser mit Notstrom für 24–72 h, eine U-Bahn die ohne Strom in Tunneln steht, und Tankstellen die ohne Strom keinen Sprit verkaufen.
Dauer-Kategorien
| Dauer | Wirkung in Köln | Maßnahmen |
|---|---|---|
| ≤ 4 h | Standardausfall, Verkehrsampeln, Internet weg, Heizung pausiert | Abwarten, Akkus laden wenn wieder da |
| 4–24 h | Tiefkühl-Risiko, Mobilfunk-Mast-Akkus erschöpft (~6h), Notbeleuchtung ÖPNV | Vorrat checken, Funk auf Kurbelradio |
| 1–3 d | Wasserdruck fällt, Heizung aus, Tankstellen leer, Lebensmittel knapp | Wassersammlung, Wärme bündeln, Notvorräte |
| 3–7 d | Krankenhäuser auf Triage, Plünderungs-Risiko, Entsorgung kollabiert | Bug-Out evaluieren, Gemeinschaft bilden |
| ≥ 7 d | Kritis-Kollaps, Lieferketten brechen, viele Tote durch Hypothermie/Dialyse | Eifel-Hof, Selbstversorgung |
Wie das Netz fällt.
Top-5 Ursachen
Was passiert wann.
Akut-Phase
Verkehrsampeln aus, ÖPNV stoppt, Mobilfunk-Masten laufen auf Akku, WLAN-Router tot. Tankstellen verkaufen kein Benzin mehr (Pumpen elektrisch).
Cell-Tower-Akkus erschöpfen
Typische Cell-Akkus halten 2–6h, Notstromaggregate auf wenigen Masten. SMS und Anrufe scheitern. Internet via Festnetz-DSL bricht weg.
Im Winter kritisch
Gas-/Öl-Heizungen mit elektronischer Steuerung versagen. Wärme verliert sich in 4–8h aus normalen Wohnungen, schneller in Altbau, langsamer in Neubau.
Druckverlust
Hochbehälter (z.B. Wasserwerk Hochkirchen) reichen anfangs noch via Schwerkraft. Pumpen für Hochhäuser fallen früh, Hochlagen länger versorgt. Toiletten-Spülung versagt.
Notstrom erschöpft
Diesel-Notstrom Krankenhäuser für 24-72h ausgelegt. Beatmung, Dialyse, Kühlung Medikamente fallen aus. Tote durch Sekundärfolgen häufen sich.
Plünderung & Migration
Lebensmittelläden geleert. Bargeldautomaten tot. Bargeld als einziges Zahlungsmittel. Mobilität in Richtung Land. Stadt-Land-Ungleichgewicht verschärft sich.
Wiederaufbau oder Eskalation
Bei Cyber-Ursache: Netz schrittweise hochgefahren, Tag 7–14. Bei Sonnensturm mit Trafo-Schäden: Monate. Bei Kaskadenfehler: Tage.
Was du brauchst, was die Stadt nicht liefert.
Versagens-Timeline · 72 Stunden
Schwellenwerte
Wasser-Strategie
- Trinken: 2 L/Tag pro Person. Vorrat 14 d = 28 L pro Person, plus 50% Reserve.
- Hygiene: WC-Spülung mit Grauwasser (Bad, Regen). Eine Eimer-Spülung statt automatisch.
- Quellen Köln: Rhein nicht direkt trinken (Schwermetalle); mit Sawyer + Aktivkohle vorsichtig nutzbar. Brunnen in Außenbezirken kennen. Regenwasser-Sammlung vorbereiten.
- Filter: Sawyer Mini, Berkey, Katadyn. Keramik-Filter gegen Bakterien. Aktivkohle gegen Geschmack & manche Chemikalien.
Krankenhäuser im Blackout
| Uniklinik Köln | 72h Notstrom-Ziel, danach Triage. ICU-Patienten priorisiert. |
| Merheim | Ähnlich. Schwerpunkt Brandopfer + Trauma. |
| Eduardus / St. Marien | Kleinere Einrichtungen, Notstrom kürzer. |
| Privatpraxen | Kein Notstrom. Geschlossen. |
| Apotheken | Kassen elektronisch — Notbetrieb mit Bargeld + Liste. |
Köln-spezifische Schwachstellen
- U-Bahn (Linien 1, 4, 5, 18 etc.) — bleibt in Tunneln stehen. Bei Brand katastrophal.
- Hochhäuser — Aufzüge, Wasserdruck oben weg. Treppensteigen zur Norm.
- Karneval-Saison — wenn Blackout im Februar fällt: hohe Verkehrsdichte, viele unvorbereitet, Hypothermie-Risiko bei Kostümen.
- Rheinhochwasser-Pumpen — fallen bei Blackout aus. Bei Hochwasser-Saison Doppel-Krise möglich.
- Sülztalsperre / Wahnbachtalsperre — versorgen Köln mit Trinkwasser. Talsperren-Pumpen sind kritisch.
Im Januar ist Hypothermie das Hauptproblem.
Köln-Winter geht regelmäßig auf -5°C, in Kältewellen -15°C. Eine ungeheizte Wohnung verliert pro Stunde 1–3°C an Außentemperatur. Innerhalb von 24–48 h herrscht Innen ≈ Außen. Hypothermie beginnt bei Körpertemperatur unter 35°C, lebensbedrohlich unter 32°C.
Wärmeverlust-Profil · Wohnungstypen
Wärme-Strategie
- Ein Raum — schließe alle Türen, heize nur einen Raum. Halbiere das Volumen, halbiere die Wärmeschuld.
- Innen-Zelt — Iglu-Zelt im Wohnzimmer aufgebaut. Körperwärme + Atemwärme heizen Mikroklima auf 5–10°C über Außenraum.
- Schichten-Kleidung — Wolle, Daune, Synthetik. Mütze (40% Wärmeverlust über Kopf), Handschuhe, Wollsocken.
- Schlafsack — Komfortbereich -10°C oder besser. Auch im Bett.
- Heizung — siehe Geräte unten. Niemals offene Verbrennung in geschlossenen Räumen.
Heizgeräte (Vor- und Nachteile)
Ohne Mobilfunk. Und doch vernetzt.
Stufen
Ein Quadratmeter Schrank.
BBK-Standard plus 50%
| Position | 14-Tage / Person | Anmerkung |
|---|---|---|
| Wasser | 28 L (+ 50%) | 5L-Kanister, kühl, dunkel; alle 6 Mo. tauschen |
| Kohlenhydrate | 3.5 kg Reis/Pasta/Zwieback | Lange haltbar, energiedicht |
| Protein | 2 kg Konserven (Fisch, Bohnen, Eintopf) | 2000–4000 kcal/Tag insgesamt |
| Fett | 500 ml Öl, 250 g Butter (haltbar) | Energie, Kochen |
| Salz, Zucker, Gewürze | 500 g Salz, 1 kg Zucker | Haltbarkeit Jahre |
| Vitamin-Reserve | Multi + C-Brausetabletten | Bei eingeschränkter Frischkost |
| Hygiene | Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel | Unterschätzt — Würde bewahrt Disziplin |
| Medizin | Persönliche + IFAK + Antibiotika-Reserve | Diabetiker / Asthmatiker doppelt |
| Bargeld | 500 € pro Person, kleine Scheine | EC-Automaten tot, Geld funktioniert offline |
Zubereitung ohne Strom
- Camping-Kocher (Gas) + 2 Reservekartuschen. Im Freien benutzen.
- Holzofen mit Kochplatte oder Esbit-Trockenspiritus.
- Thermosflasche — einmal kochen, mehrmals trinken.
- Sun Oven / Solarkocher — wenn Wetter es erlaubt, kochen ohne Brennstoff.
- Konsum-Hierarchie: zuerst Tiefkühltruhe (taut auf), dann Kühlschrank (24h ok), dann Lagerung.
Wann bleiben, wann fliehen.
| Maßnahme | Kurz-Blackout ≤24h |
Mittel 1-3d |
Lang 3-7d |
Sehr lang ≥7d |
Sonnensturm Wochen+ |
|---|---|---|---|---|---|
| Daheim bleiben | Ja | Ja | Wenn Wärme | Nein, Stadt | Niemals |
| Bug-Out Eifel | Nein | Nein | Erwägen | Ja | Sofort |
| Wasser sammeln | Frühzeitig | Pflicht | Pflicht | Pflicht | Quelle nötig |
| Heizen indoor | Wolldecken | CO-Melder | Ein Raum | Holz/Petrol. | Holz |
| Funk benutzen | Kurbelradio | PMR / Radio | Ham wenn da | Ham + Burst | Ham nur |
| Tankstelle anlaufen | Wenn auf | Vermutlich aus | Aus | Aus | Aus |
| Mit Nachbarn teilen | Ja | Ja | Pflicht | Pflicht | Pflicht |
Resilienz statt Heldentum.
- Eigenstrom — PV-Anlage mit Inselfähigkeit. Standard-PV speist nur ins Netz; spezielle Wechselrichter ermöglichen Notbetrieb. Tesla Powerwall, Sonnen, BYD.
- Holzofen-Nachrüstung — Wohnungsgenossenschaften erlauben oft Pellet-Öfen. Genehmigung über Schornsteinfeger.
- Garten / Schrebergarten — psychologisch und praktisch wertvoll. Köln hat 12.000+ Kleingärten.
- Nachbarschaft — Tausch-Wissen, gemeinsame Werkzeuge, Familien-Notfall-Plan. Vorab.
- Skill-Aufbau — Erste Hilfe (DRK-Kurs), Funklizenz (DARC), Notfall-Survival (DLRG / Bergwacht), Reparatur-Café.
- Mentale Anpassung — Akzeptiere, dass eine Krise nicht „bald vorbei" ist. Aushalten ist eine eigene Disziplin.